voll

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voll [fɔl] <Adj.>:
1.
a) in einem solchen Zustand, dass nichts mehr oder kaum noch etwas hineingeht, -passt, darin Platz hat /Ggs. leer/: ein voller Eimer, Sack; ein volles Bücherregal; ein voller Bus; der Koffer ist nur halb voll; der Saal ist brechend, gestopft, gerammelt voll; es war sehr voll in den Geschäften; den Mund gerade voll haben; beide Hände gerade voll haben (in beiden Händen etwas halten, tragen); ein Gesicht voll/voller Pickel; sie hatte die Augen voll/voller Tränen; die Straßen lagen voll/voller Schnee; einen Teller voll [Suppe] essen; ein Korb voll/voller frischer Eier; ein Korb voll [mit] frischen Eiern; ich habe so viel gegessen, dass ich voll bis obenhin bin; das Zimmer war voll von/mit schönen antiken Möbeln.
Syn.: überfüllt, voll besetzt, vollgeladen, vollgepfropft, vollgestellt, vollgestopft, vollgetankt, [ganz] gefüllt.
b) erfüllt, durchdrungen von:
ein Herz voll/voller Liebe; er sah mich voll/voller Angst an; sie warteten voll/voller Spannung auf das Ergebnis; du hast den Kopf voll/voller Unsinn; den Kopf voll [mit seinen eigenen Sorgen] haben (ugs.; an vieles zu denken haben).
2. völlig, vollständig und ohne jede Einschränkung o. Ä.:
er musste ein volles Jahr warten; er bezahlte die volle Summe; die Uhr schlägt die vollen Stunden; mit vollem Namen unterschreiben; die Bäume stehen in voller Blüte; die Maschine arbeitet mit voller Kraft; die volle Wahrheit sagen; für etwas die volle Verantwortung übernehmen; sie haben seine Leistung voll anerkannt; er hat sich voll für diesen Plan eingesetzt; er trat voll (mit voller Wucht) auf die Bremse; sie bekam das Geld voll (ohne Abzüge) ausbezahlt; sie arbeitet jetzt wieder voll (in vollem Umfang).
Syn.: ganz, ganz und gar, gänzlich (emotional), hundertprozentig (ugs.), in vollem Umfang, in voller Höhe, komplett, mit voller Wucht, restlos (ugs.), total, uneingeschränkt, völlig, vollkommen, vollständig, zur Gänze.
3.
a) füllig, rundlich:
sie hat ein volles Gesicht; volle Lippen; er ist etwas voller geworden.
Syn.: dick, korpulent, kugelrund (scherzh.), mollig, rund, stark (verhüllend), üppig.
b) dicht:
volles Haar.
c) in kräftiger, reicher Entfaltung:
volle Töne, Farben; eine volle Stimme haben; der volle Geschmack des Kaffees.
4. (ugs.) völlig betrunken:
Mensch, ist der voll!; gestern kam er wieder voll nach Hause.
Syn.: angeheitert, angetrunken, berauscht, beschwipst (ugs.), besoffen (salopp), betrunken, blau (ugs.), sternhagelvoll (ugs.), trunken (geh.).

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vọll 〈Adj.〉
I 〈attr.; präd.; adv.〉
1. ganz gefüllt
4. ganz
5. erfüllt von
6. 〈fig.〉
6.1 rundlich, etwas dick, dicklich (Person, Gesicht)
6.2 〈umg.〉 betrunken
7. \voller 〈erstarrte flektierte Form, nur beim Gebrauch ohne best. od. unbest. Art.〉 gefüllt mit, voll von, erfüllt von
● \voll(er) Angst, Begeisterung, Freude, Hass; mit \vollen Backen kauen kräftig, gierig, genussreich kauen; ein \voller Bauch studiert nicht gern 〈Sprichw.〉 zu viel essen macht (körperlich u.) geistig träge; er ist (nicht) bei \vollem Bewusstsein; das Tuch ist \voll(er) Blut; die Bäume stehen in \voller Blüte ganz in Blüte; ein \volles Dutzend, Hundert; das ist mein \voller Ernst! 〈fig.〉 ich meine es wirklich ernst, ich spaße nicht; der Zug war in \voller Fahrt, als ... in schneller F.; in \vollem Galopp, Lauf in schnellem G., L.; die Sache ist in \vollem Gange; ein \volles Glas; das Bild zeigt ihn in \voller Größe 〈fig.〉; aus \vollem Halse schreien 〈fig.〉 laut schreien; alle Hände \voll zu tun haben 〈fig.〉 sehr viel zu tun haben; dem Pferd eine \voll voll / Handvoll Futter geben; sie spielten vor \vollem Haus vor einem bis zum letzten Platz besetzten Zuschauerraum; aus \vollem Herzen danken sehr herzlich; aus \voller Kehle, Brust singen laut, kräftig; die Jacke, Straße ist \voll(er) Löcher; in \vollem Maße völlig, ganz, vorbehaltslos; ein Becher \voll Milch; mit \vollem Mund spricht man nicht; die Nase, Schnauze \voll von etwas haben 〈fig.; umg.〉 etwas nicht mehr ertragen können, genug davon haben; zum \vollen Preis ohne Preisermäßigung; mit \vollem Recht 〈verstärkend〉 mit Recht; der Garten liegt, ist \voll(er) Schnee; bei \vollem Tageslicht bei hellem T.; die Uhr schlägt zur \vollen Stunde jeweils zur ganzen Stunde, um ein, zwei Uhr usw.; er hat von der Suppe drei Teller \voll gegessen; er hat es mit \voller Überlegung getan; das ist die \volle Wahrheit; der Topf ist \voll Wasser; des süßen Weines \voll 〈geh.〉 leicht betrunken; drei \volle Wochen, Monate, Stunden; etwas in \vollen Zügen genießen bewusst genießen; in \vollen Zügen trinken gierig trinkenanerkennen: ich erkenne es \voll an; jmdn. \voll ansehen jmdm. gerade ins Gesicht sehen; er hat seine Rechnung, Schuld \voll bezahlt ganz, ohne Rest; der Junge muss jetzt in der Straßenbahn \voll bezahlen wie ein Erwachsener, ohne Ermäßigung; ich kann dir nicht helfen, ich habe die Hände \voll 〈umg.〉 ich habe gerade etwas in den Händen, das ich nicht absetzen kann; er hat den Mund \voll (erg.: Speise); sein: das Maß ist \voll! 〈fig.〉 es ist genug!, nun reicht es mir!; werden: er ist etwas \voller geworden 〈fig.〉 er ist etwas dicker geworden\voll automatisiert = vollautomatisiert; \voll beladen = vollbeladen; \voll besetzt = vollbesetzt; drei viertel \voll; \voll und ganz 〈verstärkend〉 völlig; der Koffer, Sack ist gestopft \voll 〈umg.〉; \voll klimatisiert = vollklimatisiert ● er kann aus dem Vollen schöpfen er braucht nicht zu sparen; bis obenhin \voll sein 〈umg.〉; er ist ganz \voll davon er ist erfüllt davon, er spricht von nichts anderem; jmdn. nicht für \voll ansehen, nehmen jmdn. geringschätzen, nicht ernst nehmen; in die Vollen gehen 〈umg.〉 verschwenderisch Geld ausgeben; sich sehr anstrengen, etwas mit Kraft u. Energie beginnen; der Saal war zum Bersten, Brechen \voll überfüllt
II 〈nur adv.; Jugendspr.〉 sehr ● ich finde es, ihn, sie \voll gut; das war \voll peinlich
[<mhd. vol <ahd. fol <idg. *pelu „viel“ mit der Bedeutung „gefüllt“]

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1vọll <Adj.> [mhd. vol, ahd. fol, urspr. altes Partizip u. eigtl. = gefüllt]:
1.
a) in einem solchen Zustand, dass nichts, niemand mehr od. kaum noch etw., jmd. hineingeht, -passt, darin, darauf Platz hat; ganz gefüllt, bedeckt, besetzt o. Ä.:
ein -er Eimer, Sack;
ein -es Bücherregal;
ein -er (reich gedeckter) Tisch;
ein -er Bus, Saal;
der Koffer ist nur halb v.;
der Saal ist brechend, gestopft, gerammelt v.;
es war sehr v. in den Geschäften;
den Mund gerade v. haben;
beide Hände v. haben (in beiden Händen etw. halten, tragen);
ich bin v. [bis oben hin] (fam. scherzh.; [völlig] satt);
die Tasche zu v. packen;
ein v. beladener Kofferraum;
ein v. besetzter Bus;
<mit einem Subst. ohne Attr. u. ohne Artikel, das unflektiert bleibt od. im Dativ steht:> ein Gesicht v. Pickel;
sie hatte die Augen v. Tränen;
die Straßen lagen v. Schnee;
der Saal war v. Menschen;
der Baum hängt v. Früchte[n];
<attr. mit Gen., seltener mit Dativ od. »mit«:> ein Korb v. frischer Eier;
<oft in Verbindung mit Maßangaben o. Ä.:> einen Teller v. [Suppe] essen;
ein Korb v. [mit] frischen Eiern;
jeder bekam einen Korb v.;
eine Tafel v. leckerster/(geh.:) der leckersten Speisen;
<präd. mit »von«, »mit« od. Gen.:> das Zimmer war v. von/mit schönen antiken Möbeln, v. schönster antiker/(geh.:) v. der schönsten antiken Möbel;
diese Arbeit ist v. von groben Fehlern/v. grober Fehler;
er war v. des süßen Weines/des süßen Weines v. (geh. scherzh.; hatte viel Wein getrunken, war davon betrunken; nach Apg. 2, 13);
aus dem Vollen schöpfen (von dem reichlich Verfügbaren großzügig Gebrauch machen);
aus dem Vollen leben, wirtschaften (aufgrund des reichlich Verfügbaren großzügig leben, wirtschaften);
im Vollen leben (im Luxus leben);
ins Volle greifen (von dem reichlich Verfügbaren uneingeschränkt nehmen);
v. und bei (Segeln; mit vollen Segeln u. so hart am Wind wie möglich);
b) erfüllt, durchdrungen von:
ein -es (von Gefühlen volles) Herz;
ein Herz v. Liebe;
ein Leben v. Arbeit;
sie ist v. Tatkraft, v. [von] [tiefer] Dankbarkeit;
v. des Lobes/des Lobes v. [über jmdn., über etw.] sein (geh.; jmdn., etw. überaus loben);
den Kopf v. [mit seinen eigenen Sorgen] haben (ugs.; an vieles zu denken haben);
v. Spannung zuhören;
c) (salopp) völlig betrunken:
Mensch, ist der v.!;
v. nach Hause kommen.
2.
a) füllig, rundlich:
ein -es Gesicht;
ein -er Busen;
-e Lippen;
er ist -er geworden;
b) dicht:
-es Haar;
c) in kräftiger, reicher Entfaltung:
-e Töne, Farben;
eine -e Stimme haben;
der -e Geschmack dieses Kaffees;
v. tönen.
3.
a) völlig, vollständig, ganz, uneingeschränkt:
die -e Summe;
einen -en Tag, Monat warten müssen;
die Uhr schlägt die -en Stunden;
bei -em Lohnausgleich;
er erhob sich zu seiner -en Größe;
mit -em Namen unterschreiben;
die frische Luft in -en Zügen einatmen;
die Bäume stehen in -er Blüte;
in -er Fahrt bremsen;
die Maschine läuft auf -en Touren;
die Ernte ist in -em Gange;
die -e Wahrheit sagen;
für etw. die -e Verantwortung übernehmen;
ich sage das in -em, in -stem Ernst;
das war ein -er Erfolg;
-e Kraft voraus, zurück! (seemännische Kommandos; mit voller Motorleistung vorwärts- bzw. rückwärtsfahren);
das Dutzend ist gleich v.;
der Mond ist v. (es ist Vollmond);
eine Maschine v. auslasten;
das Resultat ist v. befriedigend;
für eine Tat v. [und ganz] verantwortlich sein;
etw. v. billigen, unterstützen;
v. da sein (ugs.; geistig rege, leistungsfähig sein);
der Abfahrtsläufer ist nicht v. (ugs., bes. Sport; nicht mit vollem Einsatz) gefahren;
die Stürmerin hat v. durchgezogen (Sportjargon; mit voller Wucht geschossen);
v. (den vollen Fahrpreis) bezahlen müssen;
das Geld v. (ohne Abzüge) ausbezahlt bekommen;
jmdn. v. ansehen (ihm gerade ins Gesicht sehen);
die v. entwickelten Blüten der Obstbäume;
v. klimatisierte Räume;
die v. automatisierte Produktion;
<subst.:> ein Wurf in die Vollen (Kegeln; Wurf auf alle neun Kegel);
jmdn. für v. ansehen, nehmen (jmdn. ernst nehmen, als vollwertig ansehen);
in die Vollen gehen (ugs.; die verfügbaren Mittel verschwenderisch anwenden, die verfügbaren Kräfte, z. B. eines Motors, voll einsetzen; eigtl. = [beim Kegeln] in die Vollen [= auf alle neun Kegel] werfen);
b) (ugs.) bezeichnet bei der Uhrzeit die volle Stunde:
die Uhr schlägt, es schlägt gleich v.;
der Bus fährt immer 5 nach v.
2vọll <Adv.> [zu: 1voll (3 a)] (salopp, bes. Jugendspr.):
im höchsten Maße:
das ist v. gut, v. doof, v. die Härte.

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vọll <Adj.> [mhd. vol, ahd. fol, urspr. altes Partizip u. eigtl. = gefüllt]: 1. a) in einem solchen Zustand, dass nichts, niemand mehr od. kaum noch etw., jmd. hineingeht, -passt, darin, darauf Platz hat; ganz gefüllt, bedeckt, besetzt o. Ä.: ein -er Eimer, Sack; ein -es Bücherregal; ein -er (reich gedeckter) Tisch; ein -er Bus, Saal; der Koffer ist nur halb v.; der Saal ist brechend, gestopft, gerammelt v.; Der Umkleideraum war fast v., ich musste also beim Eingang stehen bleiben (Thor [Übers.], Ich 44); es war sehr v. in den Geschäften; Im Café ist es heute sehr v. (Danella, Hotel 218); Die Wohnung soll nicht v. werden, so meine ich auch, aber Stühle braucht man (Frisch, Montauk 83); den Mund gerade v. haben; beide Hände v. haben (in beiden Händen etw. halten, tragen); ich bin v. [bis oben hin] (fam. scherzh.; [völlig] satt); etw. v. laden, packen, füllen, machen, stopfen, pumpen; das Dutzend v. machen; mit diesem Spiel hat er die Hundert v. gemacht; er hat den ganzen Raum mit alten Möbeln v. gestellt, gepfropft, v. geschlagen (ugs.; gefüllt, zugestellt); ein v. besetzter Bus; den großen Korb wirst du mit Pilzen wohl nicht ganz v. kriegen (ugs.; füllen können); ein Gefäß v. gießen, schenken, schütten; Wie immer hatte sie die Gläser viel zu v. geschenkt (Danella, Hotel 117); du musst v. tanken; lass die Wanne ganz v. laufen; die Wanne läuft v.; der Schwamm saugt sich v.; das Boot ist in einem Nu v. geschlagen (hat sich mit Wasser gefüllt); die Tafel v. schreiben, malen, kritzeln, schmieren; die ganze Zeit hat er mich, hat er mir den Kopf v. gelabert, gequatscht (ugs. abwertend; hat er ständig, unaufhörlich auf mich eingeredet); du hast ihn, sein Hemd mit Kaffee v. gegossen, geschüttet, gekleckert, gespritzt; sich [mit etw.] v. essen, fressen; du hast dich mit Pfannkuchen v. gestopft; die Tiere sollten sich nicht zu v. fressen; bei jedem Fest muss er sich [mit Bier] v. trinken, saufen, schütten, tanken; du hast dich wieder mal [mit Alkohol, Drogen] v. gedröhnt; er hat uns die ganze Bude v. gequalmt; die ganze Kabine v. kotzen, machen, sauen, scheißen; <mit einem Subst. o. Attr. u. o. Art., das unflektiert bleibt od. im Dativ steht:> ein Gesicht v. Pickel; Zudem war meine linke Gesichtshälfte noch v. Seifenschaum (Ziegler, Labyrinth 260); der Saal war v. Menschen; sie hatte die Augen v. Tränen; die Straßen lagen v. Schnee; der Baum hängt v. Früchte[n]; <oft in Verbindung mit Maßangaben o. Ä.:> einen Teller v. [Suppe] essen; Tereus ... beugte sich dann wieder über einen Bottich v. Salzlake (Ransmayr, Welt 250); eine Nachbarin ... kam dann zum Melken, und dafür bekam sie eine Schürze v. Äpfel (Wimschneider, Herbstmilch 9); jeder bekam einen Korb v.; <attr. mit Gen., seltener mit Dativ od. „mit“:> ein Korb v. frischer Eier; ein Korb v. [mit] frischen Eiern; eine Tafel v. leckerster/(geh.:) der leckersten Speisen; <präd. mit „von“, „mit“ od. Gen.:> das Zimmer war v. von/mit schönen antiken Möbeln, v. schönster antiker/(geh.:) v. der schönsten antiken Möbel; diese Arbeit ist v. von groben Fehlern/v. grober Fehler; Unter den Pinien war alles v. von Fahrzeugen (Fest, Im Gegenlicht 378); er war v. des süßen Weines/des süßen Weines v. (geh. scherzh.; hatte viel Wein getrunken, war davon betrunken); *aus dem Vollen schöpfen (von dem reichlich Verfügbaren großzügig Gebrauch machen): mit der Rationierung der Lebensmittel habe er ein perfektes Mittel zur Kontrolle seines Volkes in der Hand ... Der Staatschef und seine Familie schöpfen unterdessen aus dem Vollen (Woche 7. 11. 97, 29); sich v. laufen lassen (salopp; sich betrinken); sich <Dativ> den Bauch/Magen/Ranzen o. Ä. v. schlagen (salopp; sich im Übermaß satt essen, sich den Magen füllen); aus dem Vollen leben, wirtschaften (aufgrund des reichlich Verfügbaren großzügig leben, wirtschaften): Wenn man das Jahr über gespart hat, kann man jetzt aus dem Vollen wirtschaften (B. Vesper, Reise 431); im Vollen leben (im Luxus leben); ins Volle greifen (von dem reichlich Verfügbaren uneingeschränkt nehmen); v. und bei (Segeln; mit vollen Segeln u. so hart am Wind wie möglich); b) erfüllt, durchdrungen von: ein -es (von Gefühlen volles) Herz; ein Herz v./-er Liebe; ein Leben v./-er Arbeit; sie warteten -er Spannung auf das Ergebnis; Eines der wenigen -er Respekt nacherzählten Märtyrerschicksale betrifft ... einen evangelischen Christen (Woche 28. 3. 87, 50); sie ist v. Tatkraft, v. heiligem Ernst, v. [von] [tiefer] Dankbarkeit; v. des Lobes/des Lobes v. [über jmdn., über etw.] sein (geh.; jmdn., etw. überaus loben); Er ... war v. schlechten Gewissens und Unbehagens zu Anna zurückgekehrt (G. Roth, Winterreise 85); den Kopf v. [mit seinen eigenen Sorgen] haben (ugs.; an vieles zu denken haben); v. Spannung zuhören; im Urlaub hat sie sich mit Eindrücken v. getrunken (geh.; hat sie die Eindrücke gierig in sich aufgenommen); c) (salopp) völlig betrunken: Mensch, ist der v.!; v. nach Hause kommen. 2. a) füllig, rundlich: ein -es Gesicht; ein -er Busen; -e Lippen; er ist -er geworden; b) dicht: -es Haar; c) in kräftiger, reicher Entfaltung: -e Töne, Farben; eine -e Stimme haben; Doris Soffel sang den Zyklus mit schönem, -em, nicht ganz ausgeglichenem Alt (Orchester 5, 1983, 473); der -e Geschmack dieses Kaffees; v. tönen. 3. a) völlig, vollständig, ganz, uneingeschränkt: die -e Summe; Er hatte noch sein -es Gebiss (Wimschneider, Herbstmilch 111); einen -en Tag, Monat warten müssen; die Uhr schlägt die -en Stunden; bei -em Lohnausgleich; er erhob sich zu seiner -en Größe; mit -em Namen unterschreiben; die frische Luft in -en Zügen einatmen; die Bäume stehen in -er Blüte; die v. entwickelten Blüten der Obstbäume; in -er Fahrt bremsen; die Maschine läuft auf -en Touren; die Ernte ist in -em Gange; die -e Wahrheit sagen; für etw. die -e Verantwortung übernehmen; ich sage das in -em, in -stem Ernst; das war ein -er Erfolg; jeder konnte sicher sein, dass er ihre -e Aufmerksamkeit besaß (Danella, Hotel 239); Die evangelischen Kirchen in beiden deutschen Staaten gehen ihren Weg nicht nur in -er Unabhängigkeit voneinander (R. v. Weizsäcker, Deutschland 56); ... dass der Rabbi während meiner Amtszeit als -es Mitglied (Vollmitglied) zu betrachten ist (Kemelman [Übers.], Mittwoch 148); das Dutzend ist gleich v.; der Mond ist v. (es ist Vollmond); eine Maschine v. auslasten; das Resultat ist v. befriedigend; In der Schweiz ... haftet der Käufer v. für die Sanierungskosten eines erworbenen Objekts (Chemische Rundschau 21. 8. 92, 4); Die Kosten für Mittel gegen lebensbedrohliche Krankheiten übernehmen die Kassen v. (Woche 14. 2. 97, 17); für eine Tat v. [und ganz] verantwortlich sein; Alle Produkte ... werden den Erfordernissen des modernen Büros -stens (ugs.; in vollem Umfang) gerecht (Welt 9. 4. 94, 7); etw. v. billigen, unterstützen; in der Koalition kann man nicht die eigenen Vorstellungen in allen Fällen v. durchsetzen (Saarbr. Zeitung 29./30. 12. 79, 3); Die ... waren sichtbar glücklich, dass die Fans auf diesen sanften Sound v. einstiegen (Freizeitmagazin 12, 1978, 19); Von Maras Familie wurde sie ... v. akzeptiert (Zivildienst 10, 1986, 19); Die dort noch unter Vorbehalt geäußerte Vorhersage ... wird damit v. bestätigt (NJW 19, 1984, 1097); Bastrup, der weder von Kindermann noch von den Nebenleuten v. in den Griff zu bekommen war (Kicker 6, 1982, 34); Bei allen, die regelmäßig Snowboards, Golfsäcke, Trendhunde oder aber eine Anzahl Kinder mit ihrem Lifestyle-Bedarf durch die Gegend schaukeln wollen, liegen die Kombis v. im Trend (Woche 11. 4. 97, 36); Hammelburg ... ist für 1983 v. ausgebucht (Orchester 5, 1983, 471); Die sind ja v. aus dem Berufsleben raus (Zivildienst 5, 1986, 12); Jeder der 32 000 Einwohner von Zakynthos lebt, v. oder nebenbei, vom Tourismus (natur 8, 1991, 55); Ab 1980 konnte er sich ... v. dem Zeichnen widmen (Brückenbauer 11. 9. 85, 15); v. da sein (ugs.; geistig rege, leistungsfähig sein); der Abfahrtsläufer ist nicht v. (ugs.; bes. Sport; nicht mit vollem Einsatz) gefahren; die Stürmerin hat v. durchgezogen (Sport Jargon; mit voller Wucht geschossen); Ich trete v. (mit voller Wucht) auf die Bremse (Sobota, Minus-Mann 207); v. (den vollen Fahrpreis) bezahlen müssen; das Geld v. (ohne Abzüge) ausbezahlt bekommen; Er selbst arbeitet v. (in vollem Umfang) mit (Chotjewitz, Friede 18); er war auch nicht mehr v. (in vollem Umfang) kriegsverwendungsfähig (Erné, Kellerkneipe 59); Den Wagen ... erwischte es v. (ugs.; in höchstem Ausmaß; ADAC-Motorwelt 4, 1982, 7); Sabina drehte den Hahn auf. Der eiskalte Wasserstrahl traf Karin v. (ganz u. mit voller Wucht; Thor [Übers.], Ich 47); ... dass seine Mannschaft mit vier Sturmspitzen v. (rücksichtslos) auf Sieg spielen wird (Saarbr. Zeitung 3. 10. 79, 7); Er habe auch sofort auf sie eingeschlagen, aber ... sie nicht v. (in vollem Ausmaß) treffen können (Prodöhl, Tod 262); jmdn. v. ansehen (ihm gerade ins Gesicht sehen); <als adv. Bestimmung, bes. bei Adj., meist salopp verstärkend:> das ist v. gut, v. stark, v. doof, v. die Härte; Du gehst mir v. auf die Nerven (H. Weber, Einzug 191); <subst.:> ein Wurf in die Vollen (Kegeln; Wurf auf alle neun Kegel); *jmdn. für v. ansehen, nehmen (jmdn. ernst nehmen, als vollwertig ansehen): solche Leute kann man doch nicht für v. ansehen, nehmen; Sie erinnert mich an Monika, die ist auch so nett und nimmt einen für v. (Straessle, Herzradieschen 42); in die Vollen gehen (ugs.; die verfügbaren Mittel verschwenderisch anwenden, die verfügbaren Kräfte, z. B. eines Motors, voll einsetzen; eigtl. = [beim Kegeln] in die Vollen [= auf alle neun Kegel] werfen): Hab ich nicht nötig, zu rasen, sagt der umsichtige M. Der Neuling freilich geht in die Vollen (Woche 13. 3. 98, 37); b) (ugs.) bezeichnet bei der Uhrzeit die volle Stunde: die Uhr schlägt, es schlägt gleich v.; der Bus fährt immer 5 nach v.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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